Ich sitze mit jungen 16 Jahren im Büro. Warum, kann ich gar nicht genau sagen. Ich sitze hier, erledige meinen täglichen Haufen Papierkram und arbeite. Arbeite, weil das zum Leben dazugehört. Denn ohne Geld verdienen geht gar nichts. Glücklich? Nein, das bin ich nicht. Ich arrangiere mich, nennen wir es mal so. Das passt alles schon so wie es ist. Ich komme gut klar.
Heute habe ich wieder unerträgliche Nackenschmerzen. Die Daten auf dem Kalender an der Wand vor mir verschwimmen schon wieder. Ich blinzle auf einem Auge und kann nur erahnen, welche Zahl ich gerade lese. Vor einigen Wochen konnte ich sie noch ohne Probleme erkennen. Ich schaue aus dem Fenster in die Weite, damit sich meine Augen entspannen und das Bild scharf stellen können. Die Uhr am Kirchturm kann ich nicht lesen.
Mittlerweile schmerzt mir regelmäßig mein halber Körper. Ich erkenne, dass ich mich an keinem einzigen Tag irgendwie mehr fit oder gesund fühle. Ich bin pausenlos angespannt, gestresst, ich leide oft unter Kopfschmerzen. Das soll endlich aufhören! Das kann man doch wegbekommen. Tabletten, Salben, was auch immer da hilft.
Ich habe eine sehr große Angst vor Spritzen. Blut kann ich nicht sehen, vor allem mein eigenes nicht. Deshalb warte ich auch so lang bis ich endlich zum Arzt gehe. Natürlich falle ich bei der Blutabnahme in Ohnmacht und bereue es schon, mir überhaupt einen Termin gemacht zu haben.
„Ich sehe übrigens auch schlechter. Ich kann das dort hinten gar nicht mehr erkennen!“
„Dann schreibe ich Ihnen eine Überweisung zum Augenarzt, damit sie eine Brille bekommen.“
Innerhalb von zwei Terminen bin ich voll ausgestattet mit Schmerzmitteln, Nahrungsergänzungen und einer Brille, die ich von Beginn an nicht mochte.
Zu dem Zeitpunkt bin ich 18.
Ich studiere nach dem Abitur auf dem 2. Bildungsweg lieber Wirtschaftswissenschaften anstatt Medizin (ich kann ja kein Blut sehen und mag keine Spritzen) und werde Volkswirtin. Hier gibt es durchaus Spannendes zu lernen, dennoch fühle ich mich in dieser Welt stets fremd und mein inneres Sehnen gilt eher den grundsätzlichen Fragen des Menschseins und des Lebens, der Entstehung von Krankheit und Förderung der Gesundheit.
Immer noch bin ich bepackt mit einem Haufen Tabletten, die meine Schmerzen vernebeln und, – meiner Brille auf der Nase. Und gleichzeitig bin ich auf der Suche nach den Zusammenhängen. Nach den Zusammenhängen, die meine Schmerzen und meine Fehlsichtigkeit erklären können. Das muss doch alles einen Grund, einen Ursprung und eine Ursache haben! Mal eben so bekommt man doch nichts. Oder!?
Ich lerne auf dieser Suche auf verschiedenen Seminaren und Workshops wunderbare Menschen kennen, die mir zu einem erweiterten Verständnis und Zutrauen in meine eigenen Kräfte verhelfen. So wird mir klar, dass sich alles, aber auch wirklich alles, was mich behindert und einengt, verändern, auflösen und ins Positive wandeln kann (so auch die Angst vor Blut und Spritzen!).
Und so folge ich schließlich meiner langjährigen inneren Logik und werde Heilpraktikerin.
Ach übrigens, meine Brille … die trage ich heute nur noch selten!
Ich bin überzeugt davon, dass in jedem Menschen eine unendliche wunderbare Kraft vorhanden ist und jeder grundsätzlich dazu in der Lage ist, diese Kraft für ein gesundes, sinnerfülltes und glückliches Leben zu nutzen.
Tag für Tag macht es mich glücklich und unendlich dankbar, dieses Wissen zahlreichen Menschen zu vermitteln und an der Entwicklung hin zu mehr Kraft, Entschlossenheit und Lebensfreude teilzuhaben.